Im Jahre 1202 oder früher gab es einen Vorgängerort mit dem Namen „Zungoisdorph“. Das geht aus einer Urkunde hervor, in der Ministerialen, also Lehensleute des Erzbischofs, in Trixen ihr bisher über die hier bestehende Kirche innegehabtes Patronats- und Petitionsrecht durch die Hand des Erzbischofs dem neu geweihten Kloster Viktring schenkten.

Eine Kirche hat in Silberegg auf jeden Fall schon in romanischer Zeit bestanden. Im Schiff der heutigen Kirche dürften noch Mauern dieser uralten Kirche stecken. Im 15. Jahrhundert wurde dem Bau, wie fast überall in Kärnten, ein gotischer Chor angefügt. Und in der Barockzeit wurden neue Gewölbe und die Sängerempore eingebaut. Das westseitige Kirchenportal erhielt im vorigen Jahrhundert eine neugotische Umrandung. Typisch für das östliche Kärnten ist auch das wahrscheinlich in der Türkenzeit aufgebrachte Steinplatttendach. Der mächtige Turm mit Pyramidenhelm läßt die an sich kleine Kirche fast festungsartig erscheinen. Ein sehr hohes Alter dürfte ein ehemaliger Grabstein haben, der als Schwelle im Friedhofstor liegt. Er ist mit zwei in Kreisen eingemeißelten Kreuzen verziert.

Die Einrichtung dieser Kirche ist für eine Pfarrkirche verhältnismäßig schlicht. Der sonst überall übliche große Hochaltar fehlt hier. An seiner Stelle trägt ein sarkophagartiger Altartisch den von zwei Engeln flankierten Tabernakel und eine kleine Kreuzigungsgruppe.

Besonders beachtenswert sind in dieser Kirche auch die zahlreichen Grabdenkmäler ehemaliger Besitzer der Herrschaft Silberegg. Sie stammen aus der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Die meisten zeigen die Wappen der jeweiligen Familien.

Patron der Kirche ist der hl. Georg, einer der viel ausgerufenen 14 Nothelfer.